Quire Ink

Letterforms, and the making of pages

Die Kunst der Kapitälchen

Echte Kapitälchen sind gezeichnet. Alles andere ist verkleinerte Versalschrift und sieht auch so aus.

Kapitälchen sind der stillste Akzent, den die Typografie kennt. Sie heben ein Wort hervor, ohne die Zeile zu stören, weil sie die Höhe der Kleinbuchstaben behalten und trotzdem die Form der Großbuchstaben tragen.

Der Unterschied zwischen echten und gefälschten Kapitälchen ist keine Feinheit. Echte sind eigens gezeichnet, mit kräftigeren Strichen und weiterem Abstand. Gefälschte entstehen, indem der Browser Versalien verkleinert — und dabei werden die Striche dünner als die der umgebenden Schrift, sodass das hervorgehobene Wort blasser wirkt als der Text, aus dem es herausstechen soll.

Wo sie hingehören

An den Anfang eines Kapitels, für die erste Zeile nach einer Initiale. Für Abkürzungen, die sonst als Versalienblock die Zeile zerschneiden. Für Namen in einem Register.

Nicht für ganze Absätze. Kapitälchen sind schwerer zu lesen als Kleinbuchstaben, weil ihnen die Ober- und Unterlängen fehlen, an denen das Auge die Wortform erkennt.

Ein Wort zur Sperrung

Kapitälchen brauchen mehr Laufweite als Kleinbuchstaben, aus demselben Grund wie Versalien: Ihre Formen sind breiter und gleichmäßiger, und ohne zusätzlichen Raum kleben sie aneinander.